Aktuelles aus der Imkerei

An dieser Stelle möchten wir Sie als Honigkunden, aber auch die interessierten Imker (insbesondere die "Jungimker"), regelmäßig über aktuelle Themen informieren:

 

Das Jahr 2015: volle Honigtöpfe

Ein altes "Imker-Sprichwort" lautet:
"Kein Jahr gleicht dem anderen".

 

Das Jahr 2015 war - nach zwei "mageren" Jahren - aus Sicht der Imkerei ein sehr gutes Jahr mit viel Honig und sehr schönen Honigsorten.

 

An Ende April begann die Tracht mit viel Nektar von Wildkirsche, Äpfeln und Löwenzahn. Lediglich der Raps honigte wegen der lang anhaltenden Trockenheit nicht besonders gut.

Dafür baute sich aber nach und nach eine gute Situation für eine Waldtracht auf.

Mitte Juni waren die Blätter von Ahorn, Linde und Eiche mit einer dicken, klebrigen Schicht mit Honigtau überzogen. Die Bienen begannen schon kurz nach der Morgendämmerung mit emsigen Sammelflügen, die Tageszunahme betrug bis zu 4 kg, so dass nach einigen Wochen eine tolle Ernte des würzigen Waldhonigs eingefahren werden konnte.

 

Auch die im Mai gebildeten Ableger sowie die Mitte Juli erstellten Kunstschwärme (s. unten) haben sich gut entwickelt, so dass Ende September die Vorraussetzungen für die Überwinterung unserer Völker sehr gut sind.

Aber nicht vergessen: Ende November bis Mitte Dezember, wenn die Völker frei von Brut sind,  steht noch die Milbenbehandlung mit Oxalsäure-Lösung an. Die Völker sollen schließlich mit möglichst wenig dieser Parasiten das nächste Jahr gut und gesund erleben.

Die Einwinterung

Ende Juli ist erfahrungsgemäß die Tracht zu Ende - so war es auch in diesem Jahr. Nach der abschließenden Honigernte müssen die Völker über ausreichende Vorräte verfügen. Manche Völker haben auf ihren Brutwaben dann noch 10 kg Honig, den wir natürlich nicht entnehmen. Die für die Überwinterung notwendige Futtermenge (ca. 20 kg) ergänzen wir im August mit einem Bio-Futtersirup, den die Bienen dann als Nahrung während der ersten Winterhälfte verbrauchen.

Wichtig für eine erfolgreiche Einwinterung ist die Bekämpfung der Varroa-Milbe. Dieser Parasit ist gegen organische Säuren empfindlich. Im August/September ist dabei die Ameisensäure (60%ig oder 85%ig) das bewährte Mittel - sie hinterlässt keine Rückstände in Bienenwachs und im Honig und wirkt auch auf Milben, die sich in den verdeckelten Wabenzellen auf der Brut gerade entwickeln. Später ab Mitte November erfolgt die zweite Varroa-Behandlung mit einer Oxalsäurelösung. Auch diese Form der Behandlung ist biologisch unbedenklich, aber dennoch gut wirksam.

Nach der Einwinterung hoffen wir natürlich, dass die Bienenvölker die kalte Jahreszeit gut überstehen werden, dass es keine nennenswerte Verluste geben wird. Sollten dennoch Bienenstöcke den Winter nicht überleben, haben wir ja noch eine Anzahl Ableger als Reserve!

Was ist ein Ableger ?

Bevor die Bienenvölker im Mai/Juni zu ihrer maximalen Stärke heranwachsen, werden jedem Volk zwei bis drei Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnommen. In einer neuen Beute kommt dieser Ableger gut mit Futter versorgt an einen neuen Standort - zunächst ohne eine Königin. Erst nach 9-10 Tagen werden die auf den Brutwaben gepflegten "wilden" Königinnenzellen entfernt und danach eine schlupfreife "Edelzelle" zugegeben. Sie stammt von einem guten nachzuchtwürdigen Volk. Nach dem Schlupf der Jungkönigin vergehen gewöhnlich noch einmal 10 Tage bis sie bei ihrem "Hochzeitsflug" von Drohnen begattet wird und danach mit der Eiablage beginnt. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Ableger gegen die Varroa-Milbe zu behandeln. Als Bio-Imker darf man hierzu nur unbedenkliche Mittel verwenden, die keinerlei Rückstände im Honig oder im Bienenwachs hinterlassen ! Wir verwenden bevorzugt eine Oxalsäure-Zuckerlösung (1x 20 ml pro Ableger reichen aus). Ableger müssen danach regelmäßig mit etwas Futterhonig versorgt werden. Sie wachsen bis zum Spätsommer zu einer Volksstärke heran, mit der sie problemlos den Winter überstehen können. Ableger sind im folgenden Jahr den Wirtschaftsvölkern häufig sogar überlegen, weil sie eine junge Königin sowie einen frischen Wabenbau haben.

 Kunstschwärme für das kommende Jahr

Mitte Juli sind unsere Wirtschaftsvölker immer noch sehr stark, leider ist die Tracht aber meist schon zu Ende.

Dann können wir die letzte Honigernte gut mit der Bildung von "Kunstschwärmen" verbinden.

Die Bienen werden von den Honigwaben durch einen Trichter in eine kleine Schwarmkiste eingefegt. Von drei Völkern ergibt sich ein Schwarmgewicht von 2-2,5 kg. Die Bienen haben zunächst noch keine Königin und bemerken dies nach 2-3 Stunden. Sie beginnen deutlich zu brausen. Das ist dann der richtige Zeitpunkt, um eine junge begattete Königin in einem kleinen Käfig in den Schwarm einzuhängen. Sofort beruhigen sich die Bienen und sammeln sich um ihre neue Stockmutter.

Die so gebildeten Schwärme werden für 3 Tage in einen dunklen Raum gestellt und mit Zuckerwasser gefüttert.

Nach dieser "Kellerhaft" werden die Schwärme abends in neue Beuten eingeschlagen, die je mit 6-8 Mittelwand-Waben ausgestattet sind.   Die Futtertasche wird mit 4 Liter Flüssigfutter aufgefüllt, damit der Bautrieb der Bienen angeregt wird. Sofort wird die Königin freigegeben, so dass sie schon kurz danach mit der Eiablage beginnen kann.

Bis Mitte September entwickeln sich die Kunstschwärme gut und können fertig mit Winterfutter versorgt werden. 

 

 

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Ihre
Christa Siebold